Was ist Vitamin D?
Vitamin D wird zu etwa 90 % durch den UVB-Anteil im Sonnenlicht gebildet und nur zu etwa
10 % über die Nahrung aufgenommen, etwa durch fetten Fisch oder Avocados. Im Körper – genauer
in der Leber – wird es in seine wirksame Form umgewandelt. Da es der Körper selbst
herstellt, ist es streng genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon.
Durch veränderte Ernährung und einen Alltag mit wenig Tageslicht, etwa bei einem Bürojob,
ist ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Gerade im Winter reichen die unbedeckten
Hautflächen an Gesicht und Händen nicht aus, um genug Sonnenlicht aufzunehmen. Laut
Robert-Koch-Institut erreicht ein Großteil der Bevölkerung den benötigten Mindestwert nicht.
Welche Folgen kann ein Vitamin-D-Mangel haben?
Vitamin D wirkt im Körper als Hormon und ist an der Steuerung zahlreicher Prozesse
beteiligt. In der Forschung werden unter anderem Zusammenhänge diskutiert mit:
- Herz und Kreislauf (Atherosklerose, Herzinfarkt)
- Hormonen und Botenstoffen (Depressionen, Schizophrenie)
- Mineralstoffhaushalt (Karies, Osteoporose)
- Steuerung des Zellzyklus (Darmkrebs, Haarausfall)
- Stoffwechsel (Diabetes, Reizdarmsyndrom)
- Immunsystem (Asthma, Multiple Sklerose, Neurodermitis)
- Schutz und Regeneration von Nerven (Migräne, chronische Schmerzen, Alzheimer)
Diese Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob bei Ihnen ein Mangel vorliegt,
klärt ein Bluttest bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lässt sich ein Vitamin-D-Mangel ausgleichen?
Da nur etwa 10 % über die Nahrung aufgenommen werden können, kommt vor allem der UVB-Anteil
des Sonnenlichts in Frage. Sprechen Sie dazu bitte zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In Mitteleuropa ist es zu bestimmten Jahreszeiten kaum möglich, sich lange genug in der
Sonne aufzuhalten. Der UVB-Anteil ist mittags am höchsten – und ohne Sonnenschutz ist ein
längerer Aufenthalt in der Mittagssonne kaum denkbar. Bereits ein Sonnenschutzmittel mit
Lichtschutzfaktor 8 filtert rund 90 % des UVB-Anteils. Moderne Solarien geben sowohl UVA
als auch UVB ab und können, kontrolliert eingesetzt, gerade in den Wintermonaten eine
Ergänzung sein.
Muss ich schwitzen, um braun zu werden?
Nein. Wenn es am Strand windig ist, bräunt man genauso gut wie an einem windstillen Tag.
Die leistungsstarke Lüftung und Klimatisierung moderner Solarien hat keinen Einfluss auf
die Bräunungsleistung.
Kann ich im Solarium für den Urlaub vorbräunen?
Ja. Durch Sonnenlicht baut die Haut einen natürlichen Eigenschutz auf – die sogenannte
Lichtschwiele sowie die indirekte Pigmentierung durch den UVB-Anteil. Da die UVB-Intensität
moderner Solarien mit der deutschen Sommersonne vergleichbar ist, entsteht dieser
Eigenschutz auch bei der Besonnung im Studio. Er ersetzt zwar nicht den Sonnenschutz im Urlaub,
ermöglicht aber höhere Resistenzen und dadurch wird ein geringerer Lichtschutzfaktor
benötigt.
Wäscht sich die Bräune beim Duschen ab?
Nein. Abgewaschen werden höchstens Make-up oder Selbstbräuner. UV-Licht bräunt die Haut auf
natürliche Weise – genau wie im Sommerurlaub, in dem man ja auch schwimmen geht. Wichtig für
eine lang anhaltende Bräune sind das richtige Lichtspektrum und gute, feuchtigkeitsspendende
Pflegeprodukte.
Muss ich nach dem Sonnen mit dem Duschen warten?
Nein. Durch die Wärme öffnen sich zwar die Poren, dadurch gelangen Stoffe aus Duschgel und
Shampoo schneller in den Kreislauf und schützende Fette können leichter entweichen. Dafür
müsste man aber unmittelbar nach der Besonnung sehr lange und sehr heiß duschen. Die Fahrt
nach Hause genügt bereits, um die Haut abzukühlen.
Wie steht es um das Hautkrebsrisiko?
Dazu gibt es unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen, und Sie sollten die Frage
für sich selbst bewerten können.
Die Weltgesundheitsorganisation und ihre Krebsforschungsagentur IARC stufen UV-Strahlung
einschließlich der Nutzung von Solarien als krebserzeugend für den Menschen ein. Aus diesem
Grund ist die Nutzung in Deutschland Personen ab 18 Jahren vorbehalten.
Prof. Dr. Jörg Reichrath, leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik am
Universitätsklinikum Homburg, und sein Forschungsteam kommen dagegen zu dem Ergebnis, dass
ein Solariumbesuch das Krebsrisiko nicht nachweislich erhöhe. Sie werteten mehrere Studien
aus, unter anderem der WHO und der Europäischen Union, und halten die Datengrundlage für
unzureichend belegt.
Viele andere Wissenschaftler, wie beispielsweise der Radiologe Prof. Dr. med. Jörg Spitz
Facharzt für Nuklearmedizin, Ernährungsmedizin und Präventionsmedizin, unterstützen diese
These. Die Universität von Edinburgh kam sogar zu dem Ergebnis, dass die Solariennutzung
hilft, einigen anderen Krebsarten entgegenzuwirken, und bei maßvoller Nutzung
(beispielsweise 1× die Woche, zum Aufbau 2× die Woche) kein erhöhtes Hautkrebsrisiko
vorliegt.
Unser Standpunkt: Besonnung sollte maßvoll, dem Hauttyp angepasst und niemals bis zur
Rötung erfolgen. Genau dafür erfolgt eine vorherige Beratung. Wenn Sie Vorerkrankungen
haben oder Medikamente einnehmen, sprechen Sie bitte vorher mit Ihrer Hautärztin oder
Ihrem Hautarzt.
Zur Vorbeugung von Sonnenbrand kann die kontrollierte Atmosphäre eines Sonnenstudios der
natürlichen Sonne vorgezogen werden.